Quartiersmanagement Neukölln

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Hinter dem Begriff "Quartiersmanagement" verbirgt sich eines der neu-artigen new-governance Instrumente der aktuellen Stadtentwicklungspolitik.

Verkürzt zusammengefasst folgte auf den großflächigen Stellenabbau im öffentlichen Dienst die Notwendigkeit Aufgaben und Leistungen stadtentwicklungspolitischer Dimension effizient und kostensparend an private Agenturen und Büros abzugeben.

Eine Übersicht der existierenden Quartiersmanagementgebiete befindet sich auf dieser Website des Landes Berlin : Quartiersmanagement Berlin - Gebietsauswahl nach Bezirken

In Neukölln gibt es zur Zeit (Stand Jan. 2015) 11 solcher Gebiete:

Donaustraße-Nord  |  Flughafenstraße  |  Ganghoferstraße  |  High-Deck-Siedlung/Sonnenallee  |  Körnerpark  |  Lipschitzallee/Gropiusstadt  |  Reuterplatz  |  Richardplatz-Süd  |  Rollbergviertel  |  Schillerpromenade  |  Weiße Siedlung Dammweg

QM Reuterplatz

Der Reuterkiez war eines der ersten Gebiete in Neukölln, das vor etwa 14 Jahren (2001) zum Quartiersmanagementgebiet erkoren wurde.

Über Nutzen und Nachteile dieses Konzepts und seiner Folgen für das Zusammenleben im Kiez gibt es geteilte Meinungen.

Mittlerweile steht fest, dass der Reuterkiez ab 2017 nicht länger als Quartiersmanagementgebiet geführt werden wird. Der nun einsetzende Prozeß in dem der Kiez aus den verschiedenen Strukturen der Förderkulisse entlassen wird, wird etwas beschönigend als "Verstetigung" bezeichnet.

Website des QM Reuterplatz: http://www.reuter-quartier.de

QM Reuterplatz packt seine Katons

QM-Abschied Traueranzeige 01.pdf
QM-Team verabschiedet-Quartiersmanagement PM-SenStadtUm.png

Die Mitarbeiter*innen des Quartiersmanagement Reuterplatz packen jetzt ihre Koffer. Allein in den letzten 5 Jahren verzeichneten die Angebotsmieten im Reuterkiez eine Preissteigerung von mehr als 70%. Aus der Perspektive der BSG mbH in ihrer Rolle als Agentin der Aufwertung: Mission successfully accomplished!

http://www.rbb-online.de/politik/thema/2016/wohnen/av12/serie-mieteratlas-reuterkiez-berlin-neukoelln.html

Viele im Kiez sind froh, dass diese Krämerseelen der Verdrängung den Kiez nun endlich verlassen.

QM Reuterplatz bei Abschlußveranstaltung vom Hof gejagt

Links:

http://www.quartiersmanagement-berlin.de/nachrichten/artikel/news/qm-team-verabschiedet.html

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_1610/nachricht6220.html

Chronik

2013: Berliner Abendschau vom 18. Mai. 2013 Beitrag von Anja Herr, Quelle: rbb http://mietenblog.de/?p=4250

Kritik am Quartiersmanagement Reuterkiez

  • bereits seit längerem beklagen Bürger*innen im Quartiersrat, dass dort keine wirklich demokratische Meinungsbildung stattfindet, sondern die Sitzungen von der BSG mbH autoritär gesteuert werden
  • insbesondere der nun eingeladene Stadtrat Blesing, hat sich mehrfach direkt gegen die Beschlüsse des Quartiersrat gestellt
  • Sitzbänke und Pflanzenbegrünung (Baumscheiben) wurden in einem autokratischen Hauruckverfahren unter der Ägide von Thomas Blesing zersört
  • eine Fussgängerbrücke am Schifffahrtskanal wurde im letzten Jahr abgerissen
  • eine kritische Würdigung welchen Einfluss das Quartiersmanagement (QM) auf Gentrifizierungsprozesse, steigende Mieten & Verdrängung hatte, wurde bisher von den Quartiersmanagern, der BSG mbH und der SPD geführten Bau-Verwaltung verweigert
  • auch zu der jetzt eingeladenen Gebietskonferenz ist die vorgegebene Tagesordnung eine Frechheit
  • Kritik die im Vorfeld von Quartierrät*innen angesprochen wurde, findet überhaupt keine Berücksichtigung
  • bereits bei den Projekten im Sanierungsgebiet Kottbusserdamm-Ost (1996 - 2009 ?) blieb die BSG mbh hinter der Anzahl der ursprünglich versprochenen und geplanten Projekte zurück
  • doch anschließend Herr Kasat als Belohnung für sein submissives Verhalten eine Festanstellung beim Bezirksamt

Projekte 2015/ 16

  • das Vernetzungsprojekt von klären und lösen wäre eigentlich Teil der Alltagsarbeit der Quartiersmanager*innen gewesen - die Extra-Beauftragung als Projekt daher herausgeschmissenes Geld
  • infolge der fehlenden Vernetzung und des schlecht gelittenen Image des QM Büros ist auch die Projektbeauftragung & -ausschreibung für das Projekt "Verstätigung" (jetzt: UrbanPlus) eine kaufmännische Unverschämtheit


2. Gebietskonferenz im Quartier Reuterplatz

Am Samstag, 25.4.2015 lädt nun QM Büro Reuterkiez um 11-15 Uhr zur sog. "2. Gebietskonferenz im Quartier Reuterkiez" in die Mensa der 1. Gemeinschaftsschule Neukölln in der Rütlistraße 41-45, 12045 Berlin-Neukölln ein.

Wer die vergangenen - von der BSG mbH geleiteten - Sitzungen in Neukölln beobachtet hat, kann erahnen, was den Besucher*innen hier vorgesetzt werden soll:

  • in schönstem PR-Sprech wird die eigene Arbeit des QM-Büros gelobt werden
  • Stadträten und anderen Promis der Bau-Verwaltung wird der Bauch gepinselt und in den H... gekrochen
  • auf irgendwelchen Schautafeln werden die Ergebnisse aus irgendwelchen Hinterzimmertreffen präsentiert ... deren konkrete Auswirkungen sich so auf die Schnelle niemandem wirklich erschließt

... das ganze wird dann als "ausreichende" Bürgerbeteiligung bezeichnet!

Wirklich entscheiden oder substanziell beeinflussen können Bürger*innen hier nichts.

Evaluation der Gebietskonferenz

  • das dominierende Auftreten von Baustadtrat Blesing hat viele Anwohner*innen bereits im Vorfeld abgeschreckt
  • Anwohner*innen unter unter 40 Jahren wurden kaum erreicht
  • die Dominanz derjenigen Stakeholder, die mit dem Quartiersmanagement direkt oder indirekt ihr Geld verdienen, war im Vergleich zu den eigentlich betroffenen Bürger*innen brachial
  • die ersten ca. 1 1/2 Std. sind Anwohner gar nicht zu Wort gekommen, sondern wurden frontal beschallt
  • WLan, Videostream, Twitter-Wall wurden nicht angeboten
  • Kosten für Werbung (??) waren zu hoch und uneffektiv

Dokumentation der Gebietskonferenz

Zitat des Tages: "Früher war dies ein ranziges Quartier, heute ist daraus ein attraktives Quartier geworden." Sprecher unbekannt

Fragen, die sich nach der Gebietskonferenz stellen

  • Wie hoch waren die Kosten für Werbung?
  • Wer hat entschieden, dass Thomas Blesing (SPD) die Begrüßungsansprache halten darf & der Veranstaltung so dominant seinen Stempel aufdrücken kann
  • Was lässt sich aus der Teilnehmer*innen-Liste ablesen?
    • Welche Funktionsträger waren anwesend ... aus?
      • Politik - Bezirk
      • Politik - Land
      • Verwaltung - Bezirk
      • Verwaltung - Land
      • private Unternehmen - aus dem Bereich Stadtentwicklungs-nahe Dienstleistungen
    • Wie setzte sich die übrige Teilnehmer*innen-Struktur zusammen?
      • Alter
      • Herkunft
      • bereits eingebunden in Angebote des QM Reuzterplatz/ neu
  • Welches Fazit ziehen die beteiligten Adgenturen?
    • BSG mbH
    • UrbanPlus
    • LPG
  • Was geschieht mit den erstellten Schautafel?
  • Was geschieht mit den eingesammelten E-Mail Adressen?


dreist & frech

offizielle Einladung


2. Gebietskonferenz im Quartier Reuterplatz im April

Die Bewohner/innen des Quartiers sind herzlich eingeladen

Wie soll es nach dem Ende des Quartiersmanagements weitergehen? Welche Orte des Zusammenkommens und Kommunizierens bieten sich an oder müssten geschaffen werden? Bringen Sie Ihre Vorschläge und Ideen ein, damit das Reuterquartier auch nach Ablauf des Quartiersmanagements stabil bleibt. Die zweite Gebietskonferenz findet am 25. April von 11 bis 15 Uhr in der Mensa der 1. Gemeinschaftsschule Neukölln in der Rütlistraße 41-45 statt.

11.00 Uhr Begrüßung durch Bezirksstadtrat: Thomas Blesing und Vorstellung des Ablaufs
11.20 Uhr Aktionsplan QM Reuterplatz
11.30 Uhr Realisierung von Anlaufstellen nachbarschaftlicher Begegnung
12.00 Uhr Mittagspause und Marktplatz
12.45 Uhr Parallele Arbeitsgruppen

AG 1: Künftige Anlaufstellen im Quartier
AG 2: Leitbild „Vielfalt im Reuter-kiez“
AG 3: In der Verstetigung aktiv kommunizieren
AG 4: Offene Arbeitsgruppe

13.45 Uhr Kaffeepause und Marktplatz
14.00 Uhr Talkrunde - Was nehmen Sie mit?
14.45 Uhr Schlusswort und Ausblick
15.00 Uhr Ende der Gebietskonferenz


Wie gehts weiter mit der "Verstetigung"?

Liebe aktive und ehemalige Mitglieder des Quartiersrats

Mit der Beendigung des Quartiersmanagements / QM im Reuterkiez wird es ab Anfang 2017 auch keinen Quartiersrat / QR mehr geben. Da sich im Vergleich zu früheren Zeiten aktuell nur wenige Aktive am QR beteiligen, ist dieser aber jetzt schon nur noch eingeschränkt handlungs- und insbesondere nicht mehr beschlussfähig. Dieses Umschreiben ist daher keine "offizielle" Erklärung des QR, sondern kommt auf Initiative einiger der verbliebenen Aktiven (siehe Unterzeichnende) zustande und richtet sich an alle, die in den vergangenen Jahren am QR mitgewirkt haben.

In den zurückliegenden Jahren haben der QR und seine AGs im Zusammenwirken mit dem QM viel erreicht (Beispiele ?), wofür wir uns an dieser Stelle bei den MitarbeiterInnen des QM an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Gleichzeitig sind in der Zusammenarbeit mit QM, den Behörden und der Politik die Grenzen deutlich geworden, innerhalb derer der QR agieren kann. Vielen war die Leine zu kurz und sind weggeblieben.

Eine Fortführung des QR nach Beendigung des Quartiersmanagements in anderer Form kann daher auch die Chance für einen Neuanfang bedeuten. Wir können ohne in den starren gesetzlichen Rahmen eines Quartiersverfahren eingebunden zu sein deutlich freier und offensiver agieren, auch neue Bündnisse eingehen - ohne den Anspruch aufzugeben, legitime Interessensvertretung der BürgerInnen dieses Quartiers zu sein.

Voraussetzung dafür ist, dass es uns gelingt, möglichst viele neue Mitstreiter zu mobilisieren und vor allem die "Ehemaligen" für eine erneute Mitarbeit zu gewinnen. Deshalb schlagen wir vor, außer dem Blick "nach vorne" auch etwas Reflexion über die Gründe darüber zu betreiben, warum so viele abgesprungen sind und wie wir dies künftig vermeiden können.

Wir rufen daher alle aktiven und ehemaligen Mitglieder des QR dazu auf, sich am Workshop am 14.9. im elele zu beteiligen und mit ihren Rückmeldungen und Ideen dazu beizutragen, dass die Idee für eine neue Form der BürgerInnen-Vertretung Gestalt annimmt. Hier ein paar Vorschläge für den Einstieg in die Diskussion:

  • Wie bewerten wir die Entwicklung des QR in den letzten Jahren, welche Fehler wurden gemacht, wie können wir diese künftig vermeiden ?
  • Wie stellen wir uns unsere künftige Arbeit vor ? Was wollen wir erreichen, mit wem vernetzen bzw. verbünden wir uns ?
  • Wie sichern wir unseren Anspruch, legitime Interessensvertretung der BürgerInnen dieses Quartiers zu sein ?
  • Welche Möglichkeiten haben wir öffentliche Mittel und Gelder zu mobilisieren und unter welchen Bedingungen tun wir dies ?
  • Wie sieht der Übergang vom QR in die neue Struktur aus ? Wie werden wir uns nennen ?

QM Schillerpromenade

Der Schillerkiez ist Quartiersmanagementgebiet seit 1999. Das QM Schillerpromenade gehört zu denjenigen QM-Gebieten, die von der BSG mbH bewirtschaftet werden.

Website des QM Schillerpromenade: http://www.schillerpromenade-quartier.de/

QM Schillerpromenade - SenStadtUm - Datenblatt.pdf
QM Schillerpromenade - SenStadtUm - Karte - 2010-01.pdf
Aktueller-Stand-Milieuschutzgebiete-NK Stadtrat-Blesing.jpg